Die TOP 10 Fehler bei der Jobsuche

Wir alle haben einen Bereich, in dem wir besonders stark sind. Einige von uns haben sogar mehrere davon. Und diese Bereiche, diese Expertisen ergeben unser „Kompetenzset“. Diese Kompetenzsets sind von Person zu Person ganz unterschiedlich, denn das macht uns ja schließlich zu einem Fachmann oder einer Fachfrau. Und die gibt es heutzutage für alles! Vom Brillenverkauf bis zum Influencer-Marketing. Eine Gemeinsamkeit haben aber alle: Keiner sucht Jobs von Beruf.

Dementsprechend gibt es auch keine Jobsuche-Experten. Ich bin auch keiner, aber während meiner Karriere habe ich unzählige Berufswege kennengelernt, Kandidaten und Kandidatinnen von der Recruiterseite erlebt, aber auch als Berater untergestützt. Jetzt möchte ich mit dir die zehn typischen Fehler bei der Jobsuche teilen, damit du sie nicht machst!

  1. Die Jobsuche zu spät beginnen
  2. Suchen, ohne die eigenen Vorstellungen zu konkretisieren
  3. Den eigenen Stellenwert falsch oder gar nicht einschätzen
  4. Suchen, aber nicht am richtigen Ort
  5. Die Stellenausschreibung zu oberflächlich lesen
  6. Sich auf zu wenige Stellen bewerben
  7. Nicht genügend Zeit auf die Erstellung der Bewerbungsunterlagen verwenden
  8. Bewerbung mit unvollständigen Unterlagen
  9. Unvorbereitet zum Vorstellungsgespräch gehen
  10. Die Vertragskonditionen nicht verhandeln

1. Die Jobsuche zu spät beginnen

Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, um mit der Suche zu beginnen? Nehmen wir an, du brauchst zwei Wochen, um deine Traumstelle(n) zu finden, deine Bewerbungsunterlagen vorzubereiten und dich zu bewerben. Ein durchschnittlicher Arbeitgeber braucht etwa drei bis vier Wochen vom Bewerbungseingang bis zur Einstellungsentscheidung. Zwei bis vier Wochen später – je nachdem, an welchem Monatstag die Entscheidung gefallen ist – kannst du am neuen Arbeitsplatz starten. Wenn wir das alles zusammenrechnen, kommen wir auf insgesamt sieben bis zehn Wochen. Vorausgesetzt natürlich, dass du deinen Traumjob tatsächlich innerhalb von zwei Wochen gefunden und dich beworben hast.

Die Dauer der Jobsuche kann je nach Expertise und Seniorität natürlich ganz unterschiedlich sein. Erfahrene Experten brauchen eventuell mehr Zeit, um einen adäquaten Job zu finden und der Auswahlprozess kann auch aus mehreren Schritten bestehen. Falls du ein „Hotshot“-Kandidat oder -Kandidatin bist, wirst du eventuell von Recruitern auf Linkedin oder Xing gefunden und angesprochen werden. Dann läuft der Auswahlprozess dementsprechend geölt. Normalerweise benötigt ein Kandidat oder eine Kandidatin im Schnitt zwei bis drei Monate bis zum Einstieg in einen neuen Job.

Es ist also ganz wichtig, die Suche rechtzeitig anzufangen, um einerseits unnötigen Stress zu vermeiden und andererseits auch keine Lücke im Lebenslauf zu produzieren! Lücken im Werdegang sind beliebte Steckenpferde von Recruitern.

2. Suchen, ohne die eigenen Vorstellungen zu konkretisieren

Was erwarte ich eigentlich von meinem nächsten Job? Natürlich kann ich dabei an Weiterentwicklung und spannende Aufgaben denken. Und an faire Arbeitszeiten, ein tolles Gehalt, einen netten Chef, an Anerkennung und Prestige. Coole Benefits wären auch nicht schlecht, flexible Arbeitszeiten, einen kurzen Pendelweg... Das ist aber eine ziemlich lange und – sind wir ehrlich – viel zu unkonkrete Liste.

Es ist ganz wichtig, die grundsätzlichen Fragen mit dir selbst zu klären: Wieviel möchtest du mindestens verdienen? In welchem Umkreis darf der Arbeitsplatz sein? Welche konkreten Tätigkeiten kommen für dich in Frage und welche nicht?

Kandidaten und Kandidatinnen, die diese Fragen nicht geklärt haben, bewerben sich nicht auf die richtigen Stellen! Und das ist im besten Fall nur Zeitverschwendung, im schlimmsten Fall dreht man sich im Kreis oder springt von Job zu Job…

Diese Frage ist auch dahingehend wichtig, weil du dann weißt, wo du Kompromisse eingehen kannst. Häufig, wenn man aus dem Silo-Denken ausbricht und beispielsweise nicht nur innerhalb eines Wirtschaftszweigs oder einer Stadt sucht, eröffnet sich eine ganz neue Welt an Möglichkeiten!

3. Den eigenen Stellenwert falsch oder gar nicht einschätzen

Weißt du, was man mit deiner Expertise verdienen kann? Und weißt du auch, welche Jobs und Karrierewege für dich in Frage kommen? Wenn nicht, solltest du dich mit diesen Themen dringend auseinandersetzen.

Fangen wir von vorne an. Es ist empfehlenswert, sich die Zeit zu nehmen und zu recherchieren, welche Tätigkeiten für dich mit deiner Expertise und deinen Vorstellungen (siehe Punkt 2) in Frage kommen. So eine Liste kannst du auf unterschiedliche Art zusammenstellen. Ein guter Weg ist es, einfach in Google oder Indeed nach Stellenausschreibungen zu suchen, indem du als Suchbegriff deine Ausbildung oder Kenntnisse einträgst (und nicht deinen aktuellen Stellentitel 😉). Eine andere Möglichkeit ist es, zu schauen, was deine Bekannten und Freunde mit ähnlichen Qualifikationen und Erfahrungen beruflich machen.

Sobald die Liste fertig ist, kannst du sie mit ergänzenden Informationen anreichern, wie zum Beispiel deiner Gehaltsvorstellung (am besten von-bis). Nun stellt sich die Frage, wo du eine Übersicht über Gehälter findest. Zum Glück gibt es tolle Plattformen wie Kununu, Xing oder Glassdoor, wo mittlerweile eine ordentliche Datenbank von (von Usern gepflegten) Gehaltdaten existiert.

Es lohnt sich, diese Liste kritisch, aber nicht zu kritisch zu überprüfen: Erfüllst du die Kriterien für diese Jobs? Würden diese Jobs dir tatsächlich Spaß machen? Ich weiß, es ist aufwändig, aber das musst du nur einmal machen, solange deine Lebenssituation sich nicht verändert.

Schau dir diese Liste an! Sie sieht immer mehr wie ein Plan aus, oder?

4. Suchen, aber nicht am richtigen Ort

In Deutschland werden 1.200 Jobbörsen betrieben. Das heißt, quasi jedes zweite Dorfmagazin hat eine eigene Stellenbörse. Das ist für dich als Jobsuchende oder Jobsuchender ein klarer Nachteil, denn die Arbeitgeber veröffentlichen – da die Stellenanzeigen nicht günstig sind – budgetbedingt die Anzeigen nur in wenigen Jobbörsen (in der Regel drei bis fünf Stück). Außerdem können viele Unternehmen die hohen Kosten der einzelnen Anzeigen bei marktführenden Börsen (wie zum Beispiel 1.000€ bei Stepstone) einfach nicht tragen. Also viel Spaß dabei, eine ganz bestimmte Stelle in den 1.200 Jobbörsen zu finden…

Deswegen solltest du nicht nur auf klassischen Jobportalen, sondern auch bei Suchmaschinen wie Google oder vor allem bei Indeed suchen! Manchmal sind die Suchergebnisse nicht so treffgenau wie bei klassischen Jobbörsen, aber dafür entschädigt dich die extrem große Stellenauswahl. Bei Suchmaschinen werden nämlich auch Stellen, die nicht vom Arbeitgeber bezahlt worden sind, angezeigt. Leider es gibt keine Suchmaschine, die alle offenen Stellen auflistet. Das liegt teilweise am Geschäftsmodell der Suchmaschinen, teilweise an dem schlechten technischen Zustand der Karriereseiten, auf denen die Stellen veröffentlicht sind. Durchsuche also mindestens neben den Suchmaschinen auch noch zwei bis drei Jobbörsen.

Darüber hinaus gehört zum Finden auch das „Gefundenwerden“. Es ist bei Bürostellen sehr empfehlenswert, ein gepflegtes Profil bei Xing und oder bei Linkedin zu haben. Nutze auch die Möglichkeit, in die Lebenslaufdatenbanken von diversen Dienstleistern (Headhunter und Portale) aufgenommen zu werden! Die Profile sind an sich kostenfrei und wenn sie gepflegt sind, können sie wie ein Magnet für Recruiter funktionieren.

5. Die Stellenausschreibung zu oberflächlich lesen

Diesen Absatz lohnt es sich eigentlich nur zu lesen, wenn du die Fehler #2 und #3 nicht gemacht hast. In diesem Fall weißt du nämlich genau, was für eine Stelle du finden möchtest und hast eine Vorstellung davon, bei welchen Jobs du eine realistische Chance hast.

Mit diesem Bewusstsein und der Marktkenntnis ausgerüstet, kannst du ganz gezielt suchen. Trotzdem solltest du jede Stellenanzeige gründlich durchlesen. Warum ist das wichtig? Du willst ja nicht zu einem Vorstellungsgespräch gehen, wo du nach zwei Minuten genau weißt, dass du den Job nicht haben willst. Eventuell liegt der Arbeitsplatz beispielsweise ungünstig oder die Aufgaben interessieren dich eigentlich nicht.

Diese Enttäuschungen kannst du dir meist durch das gründliche Durchlesen der Anzeige sparen. Fortgeschrittene können auf Glassdoor und Kununu über (vor allem größere) Firmen spannende Bewertungen finden. Natürlich sind diese Bewertungen mit Vorsicht zu genießen, denn häufig werden sie von wütenden ehemaligen Mitarbeitenden geschrieben und sind wenig sachlich. Oder es handelt sich um Bewertungen von Mitarbeitenden aus komplett anderen Business Units oder Bereichen als denen, wo du dich bewerben möchtest. Diese Bewertungen helfen dir aber auf jeden Fall einen ersten Eindruck und ein Gespür für das Unternehmen zu entwickeln.

Lese aus den Stellenanzeigen den gemeinten Inhalt heraus. Wenn zum Beispiel in einer Stellenanzeige steht, dass der ideale Mitarbeitende Spaß an physischer Arbeit hat, bedeutet es, dass du in diesem Job hart körperlich arbeiten musst. Wenn in der Stellenanzeige Kenntnisse und Fähigkeiten explizit aufgelistet sind (und diese Anforderungen für dich plausibel erscheinen), dann ergibt es wenig Sinn, sich ohne diese auf den Job zu bewerben.

Es gibt aber einige Ausnahmen. Häufig werden nämlich von den Recruitern oder von den Führungskräften die Anforderungsprofile nur zusammengewürfelt. Leider. Ein typisches Beispiel sind die Sprachkenntnisse (zum Beispiel verhandlungssicheres Englisch) oder die Ausbildung. Wenn du zum Beispiel seit drei Jahren in einen Lebensmittelladen als Verkäufer oder Verkäuferin tätig bist, kannst du dich auf eine Stelle im Verkauf bei der Konkurrenz auch ohne den Ausbildungsabschluss „Kaufmann/-frau im Einzelhandel“ bewerben und hättest wahrscheinlich gute Chancen. Ich weiß, das ist mühsam, aber lass dich davon nicht abschrecken!

Wenn du die Stellenanzeige gründlich durchgelesen und eventuell auch über die Firma einige Informationen gesammelt hast, kannst du deinen Lebenslauf auf die Stelle anpassen. Das bedeutet natürlich auf keinen Fall, dass du Kompetenzen erfinden solltest. Hier geht es darum, dass du deine vorhandenen und für den Job relevanten Kompetenzen mehr in den Vordergrund stellst. Das macht einen riesigen Unterschied bei deiner Erfolgsquote!

6. Sich auf zu wenige Stellen bewerben

Heutzutage ist es so einfach, sich zu bewerben. Du brauchst keinen Drucker, keine Bewerbungsmappe, keinen Postumschlag. Trotzdem machen viele den Fehler, sich nur auf zwei bis drei Stellen zu bewerben und auf den Erfolg zu warten. Durchschnittlich muss sich ein Bewerber auf zehn bis dreizehn Jobs bewerben, um ein Jobangebot zu erhalten. Wenn du also weniger als zehn Bewerbungen verschickt hast, dann hast du noch zu tun. Wenn du aber bereits 30 Bewerbungen erfolglos versendet hast, stimmt etwas nicht.

Sich auf mehrere Stellen zu bewerben – und vor allem auch mehrere Angebote zu bekommen – ist auch notwendig, um die bestmögliche Stelle auswählen zu können. Und um entscheiden zu können, welche Stelle aktuell am besten zu dir passt, brauchst du Auswahl!

7. Nicht genügend Zeit auf die Erstellung der Bewerbungsunterlagen verwenden

Wenn du deine Bewerbungsunterlagen unbedacht zusammenwürfelst, kann das nur negative Effekte haben. Recruiter lieben es, Rechtschreibfehler oder Plausibilitätsfehler in den Bewerbungsunterlagen zu finden. Es ist natürlich auch ihr Job, denn man will nur die Kandidaten und Kandidatinnen kennenlernen, die vielversprechend wirken.

Und als erfahrenerer Recruiter und Manager kann ich dir sagen, dass ein Recruiter deutlich mehr fehlerhafte Bewerbungen als fehlerfreie erhält. Die Auswahl an Fehlern ist echt groß. Es kommt alles vor von Tipp- bis zu Grammatikfehlern. Manchmal sind die Unterlagen auch viel zu allgemein gehalten. Idealerweise passt du nämlich deine Bewerbungsunterlagen an die Stelle an, auf die du dich bewirbst.

Was einen guten Lebenslauf ausmacht, findest du detailliert in unserem Lebenslauf Guide 2022!

Die Erstellung eines Lebenslaufs und eines Anschreibens dauert in einem Texteditor (mit Vorlage) etwa ein bis zwei Stunden. Das ist eine zeitliche Investition, die du einfach tätigen musst, um den Traumjob zu bekommen. ☹

Ich weiß, es ist unfair. Ein Recruiter entscheidet durchschnittlich innerhalb von sechs Sekunden, ob du zum Verstellungsgespräch oder zum Telefoninterview eingeladen werden solltest oder nicht. Aber so ist das auch im Vertrieb. Du entscheidest zum Beispiel in Millisekunden, ob du einen Kuchen kaufen willst.

Profi-Tipp: Gleiche die Kraftverhältnisse aus! Erstelle deinen Lebenslauf mit einem online Lebenslaufgenerator, damit du mit Design und Formatierung keine Zeit verschwenden musst und dich auf den Inhalt konzentrieren kannst!

8. Bewerbung mit unvollständigen Unterlagen

Zu einer Bewerbung gehören zwingend folgende Unterlagen: Lebenslauf, Anschreiben, Bildungszeugnisse und Arbeitszeugnisse.

Der Lebenslauf sollte hier keinen überraschen. Wichtig ist aber, dass dein Lebenslauf vollständig und aktuell ist! Ein sehr häufiger Fehler ist es, dass Lebensläufe, die bei einem Portal (zum Beispiel Indeed) gespeichert wurden, auch noch Jahre später versendet werden. Ärgerlich ist das insbesondere, falls du zu dem Zeitpunkt gerade zwischen zwei Jobs gewesen bist. Dann sieht es so aus, als wärest du seit längerer Zeit arbeitslos. Das führt in der Regel zu einer sofortigen Absage.

Zum Glück gibt es immer mehr Unternehmen, die kein Anschreiben mehr wünschen. Diese weisen auf dem Bewerbungsbogen oder in der Stellenanzeige auch darauf hin. Wenn du aber keinen solchen Hinweis siehst, schreibe am besten ein individualisiertes Anschreiben.

Es ist kein Hexenwerk, deine Bildungs- und Arbeitszeugnisse einzuscannen (zum Beispiel mit einer App auf dem Handy) und zu einen PDF zusammenzufügen. Das musst du sogar nur einmal machen. Es kostet dich also gar nichts, sie deiner Bewerbung anzuhängen, wirkt aber deutlich professioneller. Wenn du die Recruiter wirklich beeindrucken möchtest, benenne deine Bewerbungsunterlagen auch entsprechend. Also nicht als „DSC2010393gd.pdf“, sondern als Arbeitszeugnissse.pdf oder noch besser: arbeitszeugnisse_Vorname_Nachname.pdf.

9. Unvorbereitet zum Vorstellungsgespräch gehen

Mich hat es immer erstaunt, wie viele Bewerber und Bewerberinnen ganz ahnungslos zum Vorstellungsgespräch kommen. Ich muss es wahrscheinlich nicht erwähnen, aber sie bekommen in der Regel eine Absage.

Wenn du die „Hausaufgabe“ bei der Punkt #5 gemacht hast, besitzt du wahrscheinlich eine grobe Vorstellung davon, was die Stelle kennzeichnet, idealerweise hast du dir auch die Mühe gemacht und dich über die Firma informiert. Wenn das so ist, kannst du die Frage „Warum haben Sie sich bei uns beworben?“ leicht beantworten. Und glaube mir, die Frage kommt immer. 😊

Apropos Fragen: Es gibt ein paar typische Fragen, die fast bei jedem Vorstellungsgespräch gestellt werden, wie zum Bespiel:

Stellen Sie sich bitte kurz vor.: Hier musst du mit eigenen Worten erzählen, wer du bist, was du gemacht hast und was du möchtest. Also einen kurzen Monolog über dich selbst halten. Es lohnt sich, dies vor dem ersten Vorstellungsgespräch ein bisschen zu üben. Dies ist nämlich in der Regel die erste Frage, dementsprechend auch die Basis des ersten richtigen Eindrucks!

Warum haben Sie sich bei uns beworben?: Hier sollst du die Firma nicht über den grünen Klee loben, sondern einfach erzählen, warum dieser Job für dich der richtige ist und – ganz wichtig – warum du für diesen Job der oder die Richtige bist.

Was sind Ihre Stärken und Schwächen?: Auf diese Frage kannst du kaum eine gute Antwort improvisieren. Denke darüber nach, wie eine ganz ehrliche Antwort lautet und wie du diese ehrliche Antwort etwas diplomatischer formulieren kannst. Wenn du also dazu neigst, bei monotonen Tätigkeiten Fehler zu machen, sage lieber, dass du dich bei diesen besonders konzentrieren musst. Denn das impliziert, dass dir deine Schwachstelle nicht nur bekannt ist, sondern du auch die Lösung parat hast. Ich hätte noch zwei weitere Ratschläge:

  • Jeder hat Schwachstellen. Wenn du keine nennst, entsteht der Eindruck, dass du sie nicht einmal selbst kennst.
  • Vermeide Plattitüden wie „Ich bin ein Perfektionist“ oder „Ich bin ungeduldig“. Jeder zweite Bewerber „hat“ eine von diesen Schwächen und sie hören sich nicht wirklich ehrlich an. Was bedeutet denn zum Beispiel, dass du Perfektionist bist? Bist du langsam? Oder bist du ein Chef mit „Gotteskomplex“? Dann lieber so: „Ich nehme mir gerne Zeit für meine Aufgaben. Für mich ist es schwer, dauerhaft unter hohem Zeitdruck zu arbeiten.“ Oder: „Ich neige dazu, von meinen Mitarbeitenden viel zu fordern, also muss ich mich immer wieder daran erinnern, Empathie zu zeigen.“

Vergiss auch nicht selbst nachzufragen! Nach dem Durchlesen der Stellenanzeige oder während des Vorstellungsgesprächs sind dir bestimmt Fragen in den Sinn gekommen. Nicht nur du musst überzeugen, du musst auch überzeugt sein, dass dieser Job für dich richtig ist. Ich kann dir versichern, wenn ein Kandidat oder eine Kandidatin (sinnvolle und nicht zu viele😊) Fragen stellt, kommt das immer positiv an.

10. Die Vertragskonditionen nicht verhandeln

Nicht bei jeder Stelle gibt es Verhandlungspotenzial. Aber meistens deutlich mehr, als die Kandidaten und Kandidatinnen denken. Logischerweise haben gehobene Stellen einen größeren Spielraum. Häufig gibt es Potenzial von bis zu 20% beim Gehalt. Es wäre natürlich schade, das Geld liegen zu lassen. 😊 Für Führungskräfte und Expertinnen und Experten ist es empfehlenswert, die Übernahme oder Incentivierung der Umzugskosten zu thematisieren. Dass ist eine „Goodie“, das verhältnismäßig leicht gegeben werden kann und für dich trotzdem einen großen finanziellen Unterschied macht.

Aber auch bei Stellen, für die keine hohe Qualifikation gewünscht ist, lässt sich häufig über die Konditionen verhandeln. Wenn du dich bei einem größeren Arbeitgeber (mit verhältnismäßig starreren Standards) auf eine Stelle mit Tarifgehalt bewirbst, lässt sich über das Gehalt nicht viel diskutieren. Häufig aber über das Schnittmodell! Oder du kannst Vergütungen (wie vergünstigte Leistungen, Zuschüsse) verhandeln.

Apropos Tarife: Wenn du bei dem neuen Arbeitgeber Tarifgehalt bekommst, lohnt es sich auf jeden Fall, sich mit der Tariftabelle auseinander zu setzen. Eventuell hat die Personalabteilung oder die Führungskraft bei deiner Einstufung etwas übersehen, das wäre schade. Hierfür ist es natürlich auch ganz wichtig, deine Arbeitszeugnisse vollständig anzuhängen.

Wenn du diese zehn typischen Fehler nicht machst, wirst du besser vorbereitet sein als 90% der Jobsuchenden, also brauchst du nur ein Zehntel der Wettbewerber auszustechen. Und ich bin mir sicher, dass du das auch meistern wirst! Viel Erfolg! 😊